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Rolf Friedrich Schuett

Karl Marx : Ich bin kein Marxist





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Karl Marx (1818 – 1883)

 

 

 

 

„Es gibt keine größere Eselei für Leute von allgemeinen Bestre­bungen, als überhaupt zu heiraten und sich so zu verraten an die petites misères de la vie domestique et privée ... Beatus ille, der keine Familie hat."

 

Doch er war stolz gewesen, das „schönste Mädchen von Trier" heimführen zu können, die adlige „Ballkönigin" Jenny von Westphalen. „Aber die Liebe nicht zum Feuerbachschen Menschen, nicht zum Moleschottschen Stoffwechsel, nicht zum Proletariat, sondern die Liebe zum Liebchen und namentlich zu dir, macht den Mann wieder zum Mann", schrieb er ihr und liebte sie umso mehr, je ferner sie ihm gerade räumlich war. Dieser Kindernarr verhinderte nicht, daß seine Töchter im Leben grausam scheiterten.

 

Über die Russen, die später in seinem Namen eine ,große Revolu­tion' machten, schrieb der große Pornograph an Engels: „Die Rus­sen sind aber auch hierin plus forts. Es ist konstatiert, daß ein kern­gesunder Kerl, der nur 24 Stunden in einem russischen Nonnenklo­ster, tot herauskam. Die Nonnen hatten ihn zu Tod geritten." — Proletarier aller Länder, vereinigt euch?

 

Mit allen Engelszungen sollten die Erniedrigten und Beleidigten der Welt verführt werden, sich wie Marx für Königskinder zu halten, die ihr göttliches Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht aus Kapitali­stenhand verkauft hatten. Eine Fabrik von innen hat Marx nie gese­hen.

 

»Das produktive Leben ist aber das Gattungsleben. Es ist das Le­ben erzeugende Leben.«

 

 »Das unmittelbare, natürliche, notwendige Verhältnis des Men­schen zum Menschen ist das Verhältnis des Mannes zum Weibe. In diesem natürlichen Gattungsverhältnis ist das Verhältnis des Menschen zur Natur unmittelbar sein Verhältnis zum Menschen, wie das Verhältnis zum Menschen unmittelbar sein Verhältnis zur Natur, seine eigene natürliche Bestimmung ist. In diesem Ver­hältnis erscheint also sinnlich, auf ein anschaubares Faktum re­duziert, inwieweit dem Menschen das menschliche Wesen zur Natur oder die Natur zum menschlichen Wesen des Menschen ge­worden ist. Aus diesem Verhältnis kann man also die ganze Bil­dungsstufe des Menschen beurteilen. Aus dem Charakter dieses Verhältnisses folgt, inwieweit der Mensch als Gattungswesen, als Mensch sich geworden ist und erfaßt hat; das Verhältnis des Mannes zum Weib ist das natürlichste Verhältnis des Menschen zum Menschen. In ihm zeigt sich also, inwieweit das menschliche Wesen ihm zum natürlichen Wesen, inwieweit seine menschliche Natur ihm zur Natur geworden ist.«

 

»Also die Gesellschaft ist die vollendete Wesenseinheit des Men­schen mit der Natur, die wahre Resurrektion der Natur, der durchgeführte Naturalismus des Menschen und der durchgeführ­te Humanismus der Natur.«

 

Vom Kopf auf die Füße: »In Hegels Geschichtsphilosophie, wie in seiner Naturphiloso­phie, gebiert der Sohn die Mutter, der Geist die Natur ... das Re­sultat den Anfang.« .

 

»Eine zu verschwenderische Natur hält den Menschen an ihrer Hand wie ein Kind am Gängelband. Sie macht seine eigene Ent­wicklung nicht zu einer Naturnotwendigkeit. Nicht das tropische Klima mit seiner überwuchernden Vegetation, sondern die gemä­ßigte Zone ist das Mutterland des Kapitals.«

 

»... flüchtet vor der geschichtlichen Tragödie, die ihm drohend zu nahe rückt, in die angeblich reine Natur, d. h. in die blöde Bauernidylle und predigt den Kultus des Weibes, um seine eigene wei­bische Resignation zu bemänteln.«

 

»Die verzauberte, verkehrte und auf den Kopf gestellte Welt, wo Monsieur le Capital und Madame la Terre als soziale Charaktere, und zugleich unmittelbar als bloße Dinge ihren Spuk treiben.«

 

 »Der Schatzbildner opfert dem Goldfetisch seine Fleischeslust. Er macht Ernst mit dem Evangelium der Entsagung.«

 

»Indem aber für den sozialistischen Menschen die ganze soge­nannte Weltgeschichte nichts anderes ist als die Erzeugung des Menschen durch die menschliche Arbeit, also das Werden der Natur für den Menschen, so hat er also den anschaulichen, unwi­derstehlichen Beweis von seiner Geburt durch sich selbst, von sei­nem Entstehungsprozeß.«

 

»... daß die Philosophie weltlich und die Welt philosophisch wird. Philosophie und Studium der wirklichen Welt verhalten sich zueinander wie Onanie und Geschlechtsliebe.«

 

»Proletarier aller Länder, vereinigt euch!«  

 

»Als Gattungsbewußtsein bestätigt der Mensch sein reelles Ge­sellschaftsleben.«

 

Marx spricht von der »naturwüchsigen Teilung der Arbeit, die ursprünglich nichts war als Teilung der Arbeit im Geschlechtsakt ...«

 

 »Innerhalb der. Familie, weiterentwickelt eines Stammes, ent­springt eine naturwüchsige Teilung der Arbeit aus den Geschlechts- und Altersverschiedenheiten, also auf rein physio­logischer Grundlage...«.

 

»Der Mensch ist unmittelbar Naturwesen. Als Naturwesen und als lebendiges Naturwesen ist er teils mit natürlichen Kräften, mit Lebenskräften ausgerüstet, ein tätiges Naturwesen; diese Kräfte existieren in ihm als Anlagen und Fähigkeiten, als Triebe; teils ist er als natürliches, leibliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ein leidendes, bedingtes und beschränktes Wesen, wie es auch das Tier und die Pflanze ist, d.h. die Gegenstände seiner Triebe exi­stieren außer ihm ... Daß der Mensch ein leibliches, naturkräfti­ges, lebendiges, wirkliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ist, heißt, daß er wirkliche, sinnliche Gegenstände zum Gegen­stand seines Wesens, seiner Lebensäußerung hat oder daß er nur an wirklichen, sinnlichen Gegenständen sein Leben äußern kann. Gegenständlich, natürlich, sinnlich sein und sowohl Gegenstand, Natur, Sinn außer sich haben oder selbst Gegenstand, Natur, Sinn für ein drittes sein, ist identisch.«

 

»Sobald ich einen Gegenstand habe, hat dieser Gegenstand mich zum Gegenstand ... Sinnlich sein ist leidend sein. Der Mensch als ein gegenständliches sinnliches Wesen ist daher ein leidendes und, weil sein Leiden empfindendes Wesen, ein leidenschaftli­ches Wesen. Die Leidenschaft, die Passion ist die nach seinem Gegenstand energisch strebende Wesenskraft des Menschen ... denn das Leiden, menschlich gefaßt, ist ein Selbstgenuß des Men­schen.«

 

„Ich lebe aber vollständig von der Gnade eines anderen, wenn ich ihm nicht nur die Unterhaltung meines Lebens verdanke, son­dern wenn er noch außerdem mein Leben geschaffen hat, wenn er der Quell meines Lebens ist, und mein Leben hat notwendig einen solchen Grund außer sich, wenn es nicht meine eigene Schöpfung ist... Nun ist es zwar leicht, dem einzelnen Individuum zu sagen, was Aristoteles schon sagt: Du bist gezeugt von deinem Vater und deiner Mutter, also hat in dir die Begattung zweier Menschen, al­so ein Gattungsakt der Menschen den Menschen produziert.“

 

„Du siehst also, daß der Mensch auch physisch sein Dasein dem Menschen verdankt. Du mußt also nicht nur die eine Seite im Au­ge behalten, den unendlichen Progreß, wonach du weiter fragst: Wer hat meinen Vater, wer seinen Großvater etc. gezeugt? Du mußt auch die Kreisbewegung, welche in jenem Progreß sinnlich anschaulich ist, festhalten, wonach der Mensch in der Zeugung sich selbst wiederholt, also der Mensch immer Subjekt bleibt.“

 

 »Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produk­tivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue hö­here Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft ausgebrütet worden sind. Von diesem Augenblick an regen sich Kräfte und Leidenschaften im Gesellschaftsschoße, welche sich von ihr gefesselt fühlen.«

 

»Wenn du liebst, ohne Gegenliebe hervorzurufen, d.h. wenn dein Lieben als Lieben nicht die Gegenliebe hervorruft, wenn du durch deine Lebensäußerung als liebender Mensch dich nicht zum geliebten Menschen machst, so ist deine Liebe ohnmächtig, ein Unglück.«

 

Was bedeutet Marx im 21. jahrhundert?