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Irgendwann muss doch mal Ruhe sein!


Irgendwann muss doch mal Ruhe sein!

Institutionelles Ringen um Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch an einem Institut für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend: Forschung als Beitrag zur Aufarbeitung 1. Aufl. 2021

von: Peter Caspari, Helga Dill, Cornelia Caspari, Gerhard Hackenschmied

54,99 €

Verlag: VS Verlag
Format: PDF
Veröffentl.: 04.01.2022
ISBN/EAN: 9783658355135
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 248

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Das Buch liefert – erstmals im deutschsprachigen Raum – einen umfassenden wissenschaftlichen Beitrag zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in einem Psychotherapieinstitut. Die qualitative Fallstudie nimmt jahrzehntelangen Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt durch den Leiter eines analytischen Kinder- und Jugendinstituts in den Blick. Dabei zeigt sich, dass die in diesem System verstrickten Psychotherapeut*innen zentralen Vorstellungen und Konzepten ihrer Profession nicht gerecht werden: Schweigen, Verleugnung, Rationalisierung, Abwehr von Verantwortung und Ignoranz gegenüber Betroffenen verhindern über lange Zeit die Aufdeckung der Taten und nachhaltige Formen der Aufarbeitung. Das Institutsleben wird von einer dialektischen Spannung zwischen der Notwendigkeit der Bearbeitung und dem Wunsch nach ungestörtem Funktionieren geprägt. Diese Dynamik erweist sich zugleich als Analogie zu Problembewältigungsmustern psychotherapeutischer Patient*innen. Der Fall verweist auf grundsätzlicheProbleme im Bereich der Psychotherapie, die vor allem mit einem strukturellen Machtungleichgewicht und ausgeprägten Abhängigkeitsverhältnissen sowohl im Kontext der Ausbildung als auch im Behandlungssetting zu tun haben. Aus den Erkenntnissen dieser empirischen Untersuchung werden professions- und organisationsethische Überlegungen abgeleitet und – darauf basierend – konkrete Empfehlungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt in Psychotherapieinstituten formuliert.
Der Kontext.- Die Studie.- Methodik.- Deskriptive Befunde als Bezugsrahmen.- Rahmenkonzepte zur Einordnung des Geschehens.- (Sexuelle) Grenzverletzungen in psychotherapeutischen Beziehungen - eine Bestandsaufnahme.- Theoretische Modelle - individuelle und institutionelle Betroffenheit von sexualisierter Gewalt.- Hintergründe und Funktionsweisen einer strukturellen Prävention.
<p><b>Dr. phil. Peter Caspari</b>&nbsp;ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) und arbeitet als Berater und Therapeut in der Fachberatungsstelle KIBS (Kinderschutz München e.V.) in München.<br></p><p><b>Helga Dill</b>&nbsp;ist Geschäftsführerin des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München.</p><p><b>Dr. phil. Cornelia Caspari&nbsp;</b>ist&nbsp;Psychologische Psychotherapeutin in ambulanter Praxis und in klinischer Tätigkeit in München und Ebersberg.</p><p><b>Gerhard Hackenschmied</b>&nbsp;ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München.</p>
<p>Das Buch liefert – erstmals im deutschsprachigen Raum – einen umfassenden wissenschaftlichen Beitrag zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in einem Psychotherapieinstitut. Die qualitative Fallstudie nimmt jahrzehntelangen Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt durch den Leiter eines analytischen Kinder- und Jugendinstituts in den Blick. Dabei zeigt sich, dass die in diesem System verstrickten Psychotherapeut*innen zentralen Vorstellungen und Konzepten ihrer Profession nicht gerecht werden: Schweigen, Verleugnung, Rationalisierung, Abwehr von Verantwortung und Ignoranz gegenüber Betroffenen verhindern über lange Zeit die Aufdeckung der Taten und nachhaltige Formen der Aufarbeitung. Das Institutsleben wird von einer dialektischen Spannung zwischen der Notwendigkeit der Bearbeitung und dem Wunsch nach ungestörtem Funktionieren geprägt. Diese Dynamik erweist sich zugleich als Analogie zu Problembewältigungsmustern psychotherapeutischer Patient*innen. Der Fall verweist auf grundsätzliche Probleme im Bereich der Psychotherapie, die vor allem mit einem strukturellen Machtungleichgewicht und ausgeprägten Abhängigkeitsverhältnissen sowohl im Kontext der Ausbildung als auch im Behandlungssetting zu tun haben. Aus den Erkenntnissen dieser empirischen Untersuchung werden professions- und organisationsethische Überlegungen abgeleitet und – darauf basierend – konkrete Empfehlungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt in Psychotherapieinstituten formuliert.</p>

<p><b>Die Autorinnen und Autoren</b><br></p>

<p><b>Dr. phil. Peter Caspari</b>&nbsp;ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) und arbeitet als Berater und Therapeut in der Fachberatungsstelle KIBS (Kinderschutz München e.V.) in München.<br></p>

<p><b>Helga Dill</b>&nbsp;ist Geschäftsführerin des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München.</p>

<p><b>Dr. phil. Cornelia Caspari </b>ist Psychologische Psychotherapeutin in ambulanter Praxis undin klinischer Tätigkeit in München und Ebersberg.</p>

<p><b>Gerhard Hackenschmied</b>&nbsp;ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München.</p>
Sexuelle Grenzverletzungen in psychotherapeutischen Beziehungen Aufarbeitung der Geschehnisse am AKJP in Heidelberg Empirische Studie